Erlebnis Bauernhof
Erkundungstour am Nirschlhof: Schüler lernen, woher die Milch kommt

Beim Besuch auf dem Nirschlhof in Grafing im Juni 2026 staunte ein Schüler der Klasse 2b der Grundschule Grafing: „Ich dachte immer, Kühe sind den ganzen Tag auf der Weide.“ Dass sie im Sommer lieber im Stall bleiben, hätte ich nie gedacht!“ Gemeinsam mit ihren Lehrkräften besuchten die 23 Kinder den Milchviehbetrieb von Maria Veicht und gingen dort der Frage nach, wie Milch eigentlich entsteht.

Direkt im Kuhstall erklärte die Bäuerin den Schülerinnen und Schülern die Haltung ihrer Tiere. Auf dem ökologisch bewirtschafteten Hof leben 49 Milchkühe in einem Offenstall mit ständigem Zugang zur Weide. Besonders aufmerksam wurden die Kinder, als sie die verschiedenen Kuhrassen entdeckten. „Die sieht aus wie die Kühe aus dem Allgäu!“, stellte eine Schülerin fest. Maria Veicht erklärte, dass auf dem Hof Braunvieh und Simmentaler Fleckvieh gehalten werden. Da auf dem Nirschlhof Heumilch produziert wird, erhalten die Tiere frisches Gras, Heu und Kraftfutter. Anschließend durften die Kinder selbst Hand anlegen und die Kühe mit frischem Gras füttern.

am Melkstand
Die Kuh bekommt jedes Jahr ein Kalb
Besonders spannend fanden die Kinder die Kälber. Sie lernten, dass sie muttergebunden aufwachsen und direkt bei ihren Müttern trinken dürfen. Als Maria Veicht deutlich machte, dass eine Kuh jedes Jahr ein Kalb bekommen muss, um dauerhaft Milch zu geben, dauerte es nicht lange bis zur nächsten Frage: „Wie bekommen die Kühe denn Kälber, wenn hier gar keine Stiere herumlaufen?“ Geduldig ging die Erlebnisbäuerin auf die Frage ein und erläuterte, wie die Besamung funktioniert und das ausgewachsene Stiere für Menschen gefährlich werden können. Am Melkstand erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass die Kühe zweimal täglich gemolken werden – und zwar jeden Tag, auch an Wochenenden und Feiertagen. Besonders spannend war es, den Sog des Melkgeschirrs selbst zu fühlen. Bei einer anschließenden Brotzeit mit frischer Milch wurde fleißig über das Gelernte gesprochen. „Die Milch schmeckt viel besser als die aus dem Supermarkt“, fand ein Junge.
Kinder melken
So mühsam war das Melken früher per Hand
Großen Andrang gab es auch am Melkeuter-Modell, das vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg-Erding zur Verfügung gestellt wurde. Hier konnten die Kinder ausprobieren, wie mühsam das Melken früher von Hand war. Dabei stellte sich schnell die nächste Frage: „Was passiert eigentlich, wenn eine Kuh lange nicht gemolken wird?“ Veicht erklärte, dass dies zu einer schmerzhaften Euterentzündung führen könne.
Für die Erlebnisbäuerin sind solche Besuche besonders wertvoll: „Kinder sind unglaublich neugierig und stellen Fragen, auf die Erwachsene oft gar nicht kommen. Wenn sie unseren Hof verlassen und verstehen, wie viel Arbeit und Verantwortung hinter einem Glas Milch steckt, dann haben wir unser Ziel erreicht.“
Auch Klassenlehrerin Anja Faßrainer zog ein positives Fazit: „Kein Schulbuch kann ersetzen, was die Kinder heute mit eigenen Augen gesehen, mit den Händen ausprobiert und direkt vor Ort erlebt haben. Der Besuch hat Landwirtschaft für sie greifbar gemacht.“

Das Programm Erlebnis Bauernhof wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gefördert. Seit 2012 haben rund 700.000 Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen.

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