Erlebnis Bauernhof
Auftakt der Aktiv-Wochen auf dem Reimerhof

„Wie viel Milch gibt eine Kuh eigentlich am Tag?“ Mit dieser Frage starteten die Schülerinnen und Schüler in einen besonderen Schultag im April 2026 auf dem Reimerhof in Jeßling.

Zum Auftakt der Aktiv-Wochen „Frühling. Erlebnis. Bauernhof“ des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg-Erding erlebten zwei sechste Klassen der Grund- und Mittelschule Isen Landwirtschaft hautnah und klärten ihre Fragen direkt vor Ort.
„Ich fand es spannend zu sehen, wie viel Arbeit dahintersteckt – und dass eine Kuh im Durchschnitt etwa 30 Liter Milch am Tag gibt“, sagte die zwölfjährige Mia. Auch ihre Mitschülerin Lizzy war begeistert: „Am besten fand ich, dass wir alles direkt sehen und fragen konnten.“

Der Reimerhof der Familie Brandmeier ist ein moderner Milchviehbetrieb mit eigener Zucht und rund 63 Milchkühen. Wie viel Wissen und Verantwortung hinter der Arbeit auf dem Hof steckt, konnten die Schülerinnen und Schüler selbst erleben: Im Rahmen des Programms überlegten sie, welcher Zuchtbulle genetisch am besten zu welcher Kuh passt. Dabei ging es auch um die Frage, wie Zucht in der Landwirtschaft funktioniert und warum dieser Bereich so wichtig für gesunde und leistungsfähige Tiere ist.

Moderne Technik unterstützt den Bauernhofalltag

Besonders beeindruckend war der Besuch im Kälberstall. Dort sahen die Kinder unter anderem ein Kalb, das erst am Vortag geboren worden war. Sie erfuhren, wie Kälber zur Welt kommen und dass die Landwirtin nur im Notfall eingreifen muss. Auch der Melkroboter wurde erklärt und zeigte anschaulich, wie moderne Technik den Arbeitsalltag auf dem Hof unterstützt. Eine willkommene Stärkung gab es ebenfalls - die Schulkinder genossen eine Brotzeit mit Käse, Butter und Milch von der Molkerei Jäger – passend zum Thema und mit regionalen Produkten.
Unter dem Motto „Lernen mit allen Sinnen“ bekamen die Kinder kompakte Einblicke in Tierhaltung, Fütterung und Zucht – und damit in zentrale Bereiche der modernen Landwirtschaft. Für viele war der Besuch auch deshalb besonders wertvoll, weil Landwirtschaft für sie im Alltag oft weit weg ist. Genau hier setzt das Programm an. Es öffnet Türen im wahrsten Sinne des Wortes und schafft Begegnungen mit der Lebens- und Arbeitswelt auf dem Bauernhof.

Wertschätzung für die Landwirtschaft

Zum offiziellen Auftakt begrüßten Dr. Josef Schächtl, stellvertretender Behördenleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg-Erding, St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl, Kreisbäuerin Irmgard Posch, Kreisobmann Jakob Maier sowie Schulleiter Michael Oberhofer die Schülerinnen und Schüler. „Programme wie ‚Erlebnis Bauernhof‘ schaffen Verständnis und Wertschätzung für die Landwirtschaft – und genau das brauchen wir“, so Dr. Schächtl. Das bayernweite Programm wird vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gefördert und verfolgt ein klares Ziel: Jedes Schulkind soll während seiner Schulzeit mindestens einmal einen Bauernhof besuchen. Dabei werden Alltagskompetenzen gestärkt, das Umweltbewusstsein gefördert und Wertschätzung für Lebensmittel vermittelt.

Seit 2012 haben bayernweit bereits rund 700.000 Kinder teilgenommen. Aktuell sind 62 Betriebe im Dienstgebiet gelistet, 12 davon im Landkreis Erding.
Die Aktiv-Wochen „Frühling. Erlebnis. Bauernhof“ laufen noch bis 22. Mai. In dieser Zeit – und auch darüber hinaus – öffnen zahlreiche qualifizierte Erlebnisbetriebe ihre Höfe für Schulklassen und ermöglichen Lernen direkt vor Ort – so wie beim Auftakt auf dem Reimerhof in Jeßling.