Erlebnis Bauernhof
Lernen, wo Lebensmittel entstehen: Schüler auf dem Gut Ingold

„Sind Rinder schädlich fürs Klima?“ Mit dieser Frage machte sich die Klasse 5b der Josef-Breher-Mittelschule Pullach im Mai 2026 auf den Weg zum Gut Ingold der Familie Hendriock in Beigarten.

Antworten suchten die Schülerinnen und Schüler nicht im Klassenzimmer, sondern direkt im Stall und auf der Weide. Der Besuch markierte den Auftakt der Aktiv-Wochen „Frühling.Erlebnis.Bauernhof“ und wurde vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg-Erding vermittelt. Bereits auf dem Weg zum Hof wurde der Unterricht praktisch: Die Kinder erkannten Wiesen, Getreidefelder und Apfelbäume kurz vor der Blüte. Kaum angekommen, zog es sie zu den Mutterkühen.

Wertvolle Lebensmittel umwandeln

Dann ging es ins Programm – und mitten hinein in die Landwirtschaft – „Lernen mit allen Sinnen“. Auf der Weide bestimmten die Schülerinnen und Schüler Pflanzen und setzten sich mit der Rolle der Rinder auseinander. „Rinder sind Wiederkäuer und können Gras, das für uns Menschen nicht verdaulich ist, in wertvolle Lebensmittel umwandeln“, erklärte Erlebnisbäuerin Valérie Hendriock. Auch das Grünland als wichtige CO₂-Senke rückte dabei in den Fokus.
Ein Schüler brachte es auf den Punkt: „Rinder liefern uns auch Mist.“ Was zunächst für Gelächter sorgte, wurde schnell zum nächsten Lernmoment. Valérie Hendriock erklärte, warum Mist als natürlicher Dünger so wichtig ist und wie er den Nährstoffkreislauf schließt. Für einen ungeplanten Höhepunkt sorgte kurz darauf ein ausgebrochenes Huhn. Zwei Schüler reagierten sofort, liefen hinterher und brachten das Tier zurück ins Gehege – zur Freude der ganzen Klasse.

Direkter und nachhaltiger lernen als im Klassenzimmer

Zurück am Hof ging es praktisch weiter: Die Schülerinnen und Schüler lernten die Fütterung der rund 50 Rinder kennen, darunter 16 Mutterkühe. Sie nahmen verschiedene Futtermittel in die Hand, rochen daran und fütterten die Tiere selbst.
Klassenleiterin Ulrike von Münchhofen ist begeistert vom Erlebnisort: „Auf dem Bauernhof lernen Kinder direkter und nachhaltiger als im Klassenzimmer. Außerschulische Lernorte machen Wissen greifbar und eröffneten neue Perspektiven.“ Am liebsten würde sie den Unterricht regelmäßig hierher verlegen.

Erlebnis Bauernhof wird gefördert

Das Programm Erlebnis Bauernhof, gefördert durch das Staatsministerium, bringt seit 2012 Kinder und Jugendliche auf landwirtschaftliche Betriebe. Rund 700.000 Schülerinnen und Schüler haben bayernweit bereits teilgenommen.

Erlebnis Bauernhof - Lernprogramme für Schulkinder