Praxisnahes Seminar am AELF
Gesunde Kälber von Anfang an

Kälbchen

Wie erhalten Kälber den bestmöglichen Start ins Leben? Rund 55 Landwirtinnen und Landwirte gingen dieser Frage im Februar 2026 bei einem eintägigen Seminar des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ebersberg-Erding auf den Grund.

Im Mittelpunkt standen praxisnahe Tipps zu Fütterung, Gesundheit und Stallbau. Am Vormittag ging es um Themen wie Biestmilchversorgung, also die erste Milch, die ein Säugetier nach der Geburt produziert, Tränke und Fütterung, die Stärkung des Immunsystems und die Vorbeugung von Durchfall- oder Atemwegserkrankungen. „Wichtig ist, dass Kälber so früh wie möglich genug Biestmilch bekommen. Sie schützt die Darmschleimhaut und stärkt die Abwehrkräfte“, erklärte Dr Monika Krämer-Schmid, Beraterin am AELF Ebersberg-Erding.

Stallhygiene ist das A und O
Dr. Hans-Jürgen Kunz aus Schleswig-Holstein, ausgewiesener Kälber-Experte, gab viele praxisnahe Hinweise: „Damit die Kälber gesund bleiben, ist Stallhygiene das A und O. Böden sollten leicht nach hinten abfallen, niemand sollte in die Einstreu treten, und Heu sollte immer als Raufutter bereitstehen. Bei Durchfall hilft zusätzlich eine Elektrolyttränke, die sich mit Milch verträgt. Auch Mutterschutzimpfungen gegen Kryptosporidien wirken – dafür muss das Kalb aber lange genug Biest- oder Transitmilch von der eigenen Mutter bekommen, am besten zwei Wochen.“
Praxisnahe Tipps auf den Höfen sind sehr gefragt
Am Nachmittag standen Stallbau und Lüftungssysteme auf dem Programm. Dr. Kunz: „Ich bin ein großer Fan von Kälberiglus, weil sie flexibel und leicht zu reinigen sind. Bei der paarweisen Haltung sollten die Boxen die richtige Größe haben. Entscheidend ist immer, dass die Kälber keine Zugluft abbekommen und die Temperatur im Stall stabil bleibt.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten so sowohl theoretisches Fachwissen als auch wertvolle Praxistipps mit nach Hause nehmen. Claudia Jakowatz, Sachgebietsleiterin Landwirtschaft am AELF, zog ein positives Fazit: „Die große Resonanz zeigt, dass praxisnahe Tipps auf den Höfen sehr gefragt sind.