Internationaler Austausch
Japanische Agrarexperten zu Gast in Erding
Zoombild vorhanden
Vor dem AELF
Eine Delegation aus Japan hat im Rahmen einer zweiwöchigen Informationsreise durch Österreich, Deutschland, Spanien und Frankreich im Dezember 2025 das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ebersberg-Erding sowie die angeschlossene Landwirtschaftsschule besucht. Ziel der Reise war es, Einblicke in die Agrarförderstrukturen der EU zu gewinnen und Impulse für Reformprozesse in Japan mitzunehmen.
Die japanische Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Die Anzahl der selbständigen Landwirte ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 25 Prozent zurückgegangen, was den stärksten jemals beobachteten Rückgang darstellt. Auch die Anzahl der landwirtschaftlichen Wirtschaftsbetriebe verzeichnete mit 23% in den letzten fünf Jahren die größte Reduzierung seit Beginn der statistischen Erfassung.
Aus diesen Gründen möchten sich japanische Forschungsorganisationen im Agrarbereich intensiver über die Erfolgsfaktoren der europäischen Agrarpolitik informieren, insbesondere darüber, wie es gelingt, junge Landwirtinnen und Landwirte für den Beruf zu gewinnen und landwirtschaftliche Betriebe in benachteiligten Regionen dauerhaft zu erhalten. Dazu zählt auch das Ziel, wie die Ernährungssicherheit in Japan ausgebaut werden kann.
"Es war spannend zu hören, wie in Japan die Verhältnisse in der Landwirtschaft sind", betonte Martin Fleischmann, Abteilungsleiter Förderung am AELF. "Unsere Gäste haben großes Interesse an den Strukturen gezeigt, die hier seit Jahrzehnten zur Stabilität bäuerlicher Familienbetriebe beitragen."
Auch Dr. Josef Schächtl, Bereichsleiter Landwirtschaft und Schulleiter der Landwirtschaftsschule, hob die Bedeutung der bayerischen Kultur der Hofnachfolge hervor:
"In Bayern wird der Hof meist im Ganzen an die nächste Generation übergeben, sodass die Landwirtschaft der Elterngeneration fortgeführt wird. In Japan hingegen zieht es viele junge Menschen in die Ballungszentren. Wer sich hier bewusst für den Hof entscheidet, bleibt dem ländlichen Raum verbunden."
"In Gesprächen mit den Ministerien in Österreich und Bayern wurde deutlich, dass nicht nur Förderprogramme, sondern auch die berufliche Ausbildung eine zentrale Rolle bei der Nachwuchsgewinnung spielt", so Hirasawa. "Wir haben uns sehr gefreut, Schulen und Ausbildungsbetriebe zu besuchen und ihre Aufgaben kennenzulernen."
"Die Studierenden erstellen einen Businessplan auf Basis ihres eigenen Hofes. Oft werden daraus echte Projekte, die später umgesetzt werden – ein zentraler Bestandteil der Prüfung."
Am Nachmittag besuchte die Delegation den Betrieb von Andreas Feckl in Dorfen, um praxisnah von Junior und Senior zu erfahren, wie Ausbildung, Beratung und Hofführung in der Praxis ineinandergreifen.

