Rückblick: Exkursion mit dem Fahrrad
Wald der Zukunft zum Anfassen

Wie kann der Wald dem Klimawandel standhalten? Antworten darauf erhielten rund 40 Waldbesitzende bei einer Exkursion durch den Perlacher Forst. Dort lässt sich bereits heute beobachten, wie der langfristige Umbau zu stabilen Mischwäldern gelingt.

Zu der Fortbildungsveranstaltung hatten die Waldbesitzervereinigung (WBV) Wolfratshausen gemeinsam mit der Bayerischen Forstverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten eingeladen. Statt mit dem Auto erkundeten die Teilnehmenden die verschiedenen Waldbilder auf dem Fahrrad.

Betriebsleiter Emil Hudler und Revierförster Korbinian Staufer vom Forstbetrieb München führten die Gruppe durch den stadtnahen Staatswald und erläuterten die Entwicklung des Perlacher Forsts: "Wo früher Fichtenbestände das Bild prägten, wachsen heute zunehmend artenreiche Mischwälder. Bereits rund 80 Prozent der Waldfläche bestehen inzwischen aus Mischbeständen." Neben beeindruckenden, bis zu 200 Jahre alten Eichen konnten die Teilnehmenden auch etwa 25-jährige Esskastanien besichtigen. Trockenheitstolerante Baumarten wie Eiche und Esskastanie gelten als wichtige Bausteine für klimastabile Wälder.

Der Klimawandel verlangt vorausschauendes Handeln

mehrere Personen stehen zusammen in einem Wald
„Der Klimawandel verlangt von Waldbesitzenden vorausschauendes Handeln. Im Perlacher Forst lässt sich eindrucksvoll zeigen, wie langfristiger Waldumbau gelingen kann und welche Baumarten künftig eine wichtige Rolle spielen werden“, sagte Revierleiter Olaf Rahm von der Bayerischen Forstverwaltung. Der Perlacher Forst zählt zu den beliebtesten Erholungsgebieten im Münchner Süden und ist gleichzeitig ein leistungsfähiger Wirtschaftswald. Wie sich Erholung, Naturschutz und nachhaltige Holznutzung miteinander vereinbaren lassen, wurde an zahlreichen Stationen der Exkursion deutlich.

Gelungene Beispiele direkt im Wald zeigen

„Wir wollten den Waldbesitzenden nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern gelungene Beispiele direkt im Wald zeigen“, sagte Försterin Maria Meixner von der WBV Wolfratshausen. „Mit dem Fahrrad konnten wir verschiedene Bestände unkompliziert erreichen und gemeinsam darüber diskutieren, welche Lösungen sich auch auf andere Wälder übertragen lassen.“

Perlacher Forst verdeutlicht den langen Zeithorizont der Forstwirtschaft

Auch die Geschichte des Perlacher Forsts verdeutlicht den langen Zeithorizont der Forstwirtschaft. Der ehemalige königliche Forst wurde Anfang des 19. Jahrhunderts noch als Weidewald genutzt, ehe großflächige Aufforstungen mit Kiefer und Fichte begannen. Dass heute ein strukturreicher Mischwald entstanden ist, ist das Ergebnis einer über Generationen hinweg vorausschauenden Waldbewirtschaftung.

Zum Abschluss der Exkursion besichtigte die Gruppe die rumänisch-orthodoxe Kirche im Münchner Stadtteil Fasangarten. Das vollständig in traditioneller Holzblockbauweise errichtete Gotteshaus zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig und langlebig der Rohstoff Holz eingesetzt werden kann, und bildete einen passenden Abschluss der Fortbildung.