Vom Müll zum Menü: Foodsharing zu Gast in Erding

mehrere Frauen stehen um einen Tisch zusammen

Was passiert eigentlich mit Lebensmitteln, die noch völlig in Ordnung sind, aber trotzdem im Müll landen würden? Dieser Frage gingen die Studierenden der Landwirtschaftsschule Erding, Abteilung Hauswirtschaft, bei einem besonderen Praxistag 2026 nach. Zu Gast war das Team von Foodsharing Erding, das anschaulich zeigte, wie sich überschüssige Lebensmittel retten und kreativ verwerten lassen.

Im ersten Teil des Workshops stand Hintergrundwissen im Mittelpunkt: Wie entsteht Lebensmittelverschwendung – und was kann jede und jeder im Alltag dagegen tun? Schon kleine Schritte zeigen Wirkung, etwa ein Wochenplan für Mahlzeiten, ein fester „Restetag“ oder schlicht der Einkauf mit vollem Magen. „Viele Lebensmittel werden viel zu schnell aussortiert, obwohl sie noch völlig genießbar sind – oft genügt es, eine Druckstelle zu entfernen oder sich auf seine Sinne zu verlassen“, erklärte Katja Schmid vom Foodsharingteam Erding. „Unser Ziel ist es, Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu bewahren und gleichzeitig das Bewusstsein für ihren Wert zu stärken.“

Vorgaben zur Lebensmittelhygiene werden stets beachtet

Auch eine häufige Frage wurde angesprochen: Nimmt Foodsharing den Tafeln Lebensmittel weg? „Ganz klar nein“, betonte Schmid. „Wir stehen in engem Austausch mit den Tafeln – teilweise geben wir gerettete Lebensmittel sogar dorthin weiter.“ Dabei müssen allerdings stets die gesetzlichen Vorgaben zur Lebensmittelhygiene beachtet werden, etwa beim Mindesthaltbarkeitsdatum. Foodsaver dürfen manche Produkte auch darüber hinaus annehmen – mit Hilfe ihrer Sinne: sehen, riechen, schmecken. Oft sei das aussagekräftiger als ein Datum auf der Verpackung.

Kreativität und Wissen stecken in einer nachhaltigen Küchenpraxis

verschiedenes Gemüse in Kisten
Nach der Theorie folgte der praktische Teil – und der sorgte für Staunen. Gleich 14 volle Kisten mit geretteten Lebensmitteln brachte das Foodsharingteam mit nach Erding. Gemeinsam überlegten die Studierenden, was sich daraus alles zubereiten lässt. „Es ist erschreckend zu sehen, welche Vielfalt und Menge an Lebensmitteln sonst im Müll landen würde“, sagte Helene Priller, Lehrkraft im Fach Küchenpraxis an der Fachschule. „Gleichzeitig zeigt der Workshop, wie viel Kreativität und Wissen in einer nachhaltigen Küchenpraxis stecken.“

Viele Gerichte aus den geretteten Lebensmittel

In kleinen Gruppen entstanden schließlich zahlreiche Gerichte aus den geretteten Zutaten. Auf dem Buffet standen unter anderem frische Salate mit knusprigen Brotchips, Gemüsesuppen, Nudeln mit Soße, gefüllte Pilze, Antipasti, Quiches und Aufläufe. Gerade Suppen, Quiches und Aufläufe eignen sich hervorragend, um verschiedene Gemüsereste zu einem vollwertigen Hauptgericht zu verarbeiten.
Junge Frau trägt Tasche mit Aufschrift "Hauswirtschaft" unterm Arm © Fotodesign Katzer

Der nächste einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule Erding beginnt am 22. September 2026.
Weitere Informationen und Anmeldung bis 18. Mai 2026 unter www.aelf-ee.bayern.de und unter Telefon 08122/480-1200.